Energydrinks sind beliebt bei Jugendlichen. Sie schmecken süß und versprechen eine höhere Leistungsfähigkeit. Sie können aber dramatische Nebenwirkungen haben. „Wer diese aufputschenden Getränke häufig und in großer Menge trinkt, erhöht sein Risiko, schon in jungen Jahren einen Herzinfarkt oder sogar einen plötzlichen Herztod zu erleiden“, sagt Dr. Tayfun Kaplan. Um junge Menschen über die Gefahren von Energydrinks aber auch bestimmter Drogen wie Cannabis und Kokain auf die Herzgesundheit aufzuklären, besuchte der Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, interventionelle Kardiologie, Rhythmologie und Gastroenterologie am Marienhaus Klinikum St. Wendel-Ottweiler sechs Schulen in St. Wendel und Umgebung. Hier informierte er Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Schulklassen. Schon im vergangenen Jahr hat er diese Informationsveranstaltungen angeboten und erlebt, dass die Jugendlichen sehr interessiert an dem Thema sind.
Viele waren überrascht, dass schon zwei kleine Dosen eines Energydrinks die unbedenkliche Tagesdosis zum Beispiel an Koffein deutlich überschreiten können. Zusätzlich enthalten diese Getränke eine Mixtur verschiedener Stimulanzien wie Guarana, Taurin, Vitamin B, L-Carnitine oder Ginseng-Extrakt. Die Kombination der Wirkstoffe zusammen mit der Überdosierung des Koffeins aktiviert das Nervensystem und kann gravierende Nebenwirkungen hervorrufen, wie Blutdruckanstieg, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Kurzatmigkeit, Muskelzittern, Angstzustände und sogar epileptische Attacken. Trinken die Jugendlichen zusätzlich zu den Energydrinks Alkohol oder haben sie eine Vorschädigung des Herzens, dann können die Nebenwirkungen ganz besonders gefährlich werden.
Studien zeigen, dass der regelmäßige Konsum von Energydrinks langfristig zu ernsthaften Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann, die dann sogar schwerwiegende und lebenseinschränkende Folgen für das weitere Leben der jungen Menschen haben können. Mit seinem Engagement in den Schulen möchte Dr. Kaplan nicht nur aufklären, sondern auch dazu beitragen, junge Menschen zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit ihrer Gesundheit zu motivieren.



